TWL und Stadtwerke Frankenthal versorgen JVA

26.08.2011

Der Ausbau der TWL-Fernwärmeleitung über die Ludwigshafener Gemarkungsgrenze hinweg zur Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankenthal ist nahezu abgeschlossen. TWL und die Stadtwerke Frankenthal versorgen gemeinsam die JVA ab der neuen Heizperiode mit Fernwärme.

Erstmals erweitert TWL das eigene Fernwärme-Netz über die Gemarkungsgrenze von Ludwigshafen hinweg: Mit Beginn der kommenden Heizperiode versorgen TWL und die Stadtwerke Frankenthal die JVA im Auftrag des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz (LBB) mit umweltfreundlicher Fernwärme. Das Kooperationsprojekt bewertet Prof. Dr. Gerhard Weissmüller, Technischer Vorstand von TWL, als durchweg gelungen: „Die kommunale partnerschaftliche Kooperation mit den Kollegen aus Frankenthal betrachten wir als zukunftsweisend. Beide Projektpartner konnten ihre Stärken einbringen, was letztendlich für alle Beteiligten zu größerer Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit geführt hat."

850-Meter-Leitung zur Pfingstweide
Bislang erfolgte die Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung in der JVA Frankenthal durch gas- und ölbetriebene Kessel. Die Bauarbeiten für den Fernwärmeanschluss begannen im April 2011. Um die JVA Franken­thal an das TWL-Fernwärmenetz in der Pfingstweide anzuschließen, verlegte TWL eine 850 Meter lange Fernwärme-Leitung. Gleichzeitig wurde in der JVA eine neue Fernwärmestation mit einer Leistung von 3340 KW eingebaut. „Rund eine Million Euro wurden in das Projekt investiert, wobei die Stadtwerke Frankenthal mit etwa 800.000 Euro und TWL mit 200.000 Euro beteiligt waren", sagt Dr. Hans-Heinrich Kleuker, Kaufmännischer Vorstand der TWL.

Die Fernwärmestation ersetzt in weiten Teilen die bisherigen gas- und ölbeheizten Warmwasserkessel. Diese waren zuständig für die gesamte Wärmeversorgung der Heizungs- und Lüftungsanlagen. Auch die Warmwasserbereitung erfolgt nun durch Fernwärme der TWL. Dadurch werden die rund 400 Inhaftierten und 100 Angestellten der JVA Frankenthal mit Warmwasser versorgt. Der Bedarf der JVA entspricht dem von etwa 200 Einfamilienhäusern. Langfristig soll auch die Wärmeversorgung für den Betrieb der Warmwasserbereitung für Küche und Wäscherei auf Fernwärme umgestellt werden.


890 Tonnen CO2 weniger
Das Fernwärmenetz der TWL auf der Pfingstweide nutzt die Abwärme aus der Klärschlamm-Verbrennungsanlage der BASF. Auf diese Weise werden ein Großteil an Primärenergie zur Wärmeerzeugung und jährlich etwa 890 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. „Durch die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Frankenthal konnten Parallel-Investitionen vermieden werden. Wir freuen uns, dass die in Ludwigshafen erzeugte Energie nun auch über die Gemarkungsgrenze hinweg als Fernwärme genutzt wird", sagt Prof. Dr. Gerhard Weissmüller, Technischer Vorstand der TWL.

Win-Win für alle Partner
Die Fernwärmeversorgung der JVA bietet Vorteile für alle Beteiligten: TWL und die Stadtwerke Frankenthal stärken ihre regionale Marktpräsenz und tragen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen in der Metropolregion Rhein-Neckar bei. Die Fernwärmelieferung verbessert die Versorgungssicherheit der JVA unabhängig von Erdgas und Öl. Zudem erhöhen sich Versorgungsredundanzen, weil beim Wärmebezug aus der Klärschlammverbrennung und dem Heizwerk von TWL in der Pfingstweide ein Kessel erhalten bleibt und außerdem eine mobile Heizzentrale angeschlossen werden kann.

 

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