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Kurzinfos Erdgas

Welches Gas liefert TWL?

Die TWL AG versorgt Sie mit Erdgas H mit dem Hauptbestandteil Methan (CH4). Dieses Gas gehört nach dem DVGW, Arbeitsblatt G 260/1, zur Gasfamilie 2.

Kann jeder einen Erdgas-Hausanschluss bekommen?

In einem bereits erschlossenen Gebiet kann in der Regel innerhalb kurzer Zeit ein Hausanschluss gelegt werden. Sollte noch keine Versorgungsleitung vorhanden sein, kann bei ausreichendem Anwohnerinteresse das Netzgebiet erweitert werden.

Was tun, wenn es nach Gas riecht?

Erdgas an sich riecht nicht. Zu Ihrer Sicherheit wird es jedoch mit einem Geruch versehen, der an faule Eier erinnert. Sollten Sie einmal diesen Geruch wahrnehmen, beachten Sie bitte folgende Verhaltensregeln:

  • öffnen Sie sofort Fenster und Türen
    vermeiden Sie auf jeden Fall offenes Feuer oder Funken
  • rauchen Sie nicht und benutzen Sie keine Feuerzeuge, elektrischen Schalter oder Netzstecker
  • klingeln oder telefonieren Sie nicht
  • schließen Sie den Gas-Haupthahn
  • warnen Sie Ihre Mitbewohner - nicht durch Klingeln (Funkengefahr), sondern durch lautes Klopfen
  • verlassen Sie so schnell wie möglich das Haus

Schon ein kleinster Funke kann eine Explosion auslösen. Rufen Sie deshalb von einem Telefon außerhalb Ihres Hauses den TWL Entstördienst an: Sie können unseren Bereitschaftsdienst rund um die Uhr jeden Tag in der Woche erreichen.

Wie finde ich einen zugelassenen Installateur oder Schornsteinfeger?
Bitte klicken Sie hierzu in unser Branchenverzeichnis.

Wie wird mein Erdgasverbrauch gemessen?

Der Verbrauchswert in m³ ist der vom Gaszähler volumetrisch gemessene Gasverbrauch für die jeweilige Abrechnungsperiode.  

Wie wird mein Verbrauch von m3 in kWh umgerechnet?  

Der Verbrauchswert in Kilowattstunden (kWh) ergibt sich durch die Multiplikation des gemessenen Verbrauchswertes in Kubikmeter (m³) mit der Zustandszahl und dem Brennwert.

Was bedeutet Thermische Gasabrechnung?

Erdgas wird volumetrisch, dass heißt in Kubikmetern (m³), gemessen. Das Betriebsvolumen ist abhängig von Druck und Temperatur. Die in m³ gemessene Menge Erdgas wird in Kilowattstunden (kWh) umgerechnet, damit es ohne den Einfluss von Druck und Temperatur abgerechnet werden kann. Dazu wird nach eichrechtlich anerkannten Regeln der Verbrauch in m³ mit der Zustandszahl z (z-Zahl) und dem Brennwert multipliziert. Die z-Zahl ist ein Korrekturfaktor, mit dem der Einfluss von Druck und Temperatur aufgehoben wird. Der Brennwert zeigt an, wie viel Energie im Erdgas enthalten ist.

Was bedeutet Brennwert?

Der Brennwert des in Ihr Versorgungsnetz gelieferten Erdgases wird ständig gemessen, wobei der gewichtete Mittelwert im jeweiligen Abrechnungszeitraum in die thermische Verbrauchsabrechnung eingeht. Er zeigt an, wie viel Energie im Erdgas enthalten ist.

Was ist die Zustandszahl?

Temperatur und Druck am Verbrauchsort wirken sich auf den Energiegehalt des Erdgases aus und werden als sog. Zustandszahl in der thermischen Verbrauchsabrechnung berücksichtigt.

Warum zahle ich Erdgassteuer?

Die Erdgassteuer ist eine gesetzlich geregelte Verbrauchssteuer, die seit 1999 auf Grund des Gesetzes zur ökologischen Steuerreform erhoben wird. Besteuert wird der Verbrauch bzw. die Entnahme aus dem Netz im deutschen Steuergebiet. Die Energiesteuer Erdgas wird vom Energieversorger erhoben und an den Fiskus abgeführt.

Wie haben sich die Gaspreise in den letzten 20 Jahren entwickelt?

Zwar ist das Energiepreisniveau derzeit relativ hoch. Aber die Ölpreisbindung ist keine Einbahnstraße nach oben: Verbraucher profitieren bei einem niedrigeren Ölpreisniveau von dann auch wieder niedrigeren Gaspreisen. Diesen Zusammenhang belegt die Tatsache, dass der Gaspreis zwischen 1985 und 2002 um 3 Prozent gesunken ist; während die Inflationsrate in diesem Zeitraum insgesamt rd. 38 % betrug. Ohne Erdgassteuer, die die Gaspreise im Jahr 2002 in Höhe von 0,3476 Cent/kWh belastete (heute beträgt die Erdgassteuer schon 0,55 Cent/kWh), wäre der Gaspreis zwischen 1985 und 2002 sogar um 16 % gesunken. Die Realisierung solcher Preissenkungen wäre ohne Ölpreisbindung gegenüber den wenigen Produzenten kaum durchsetzbar.

Was ist die Ölpreisbindung?

Die Ölpreisbindung koppelt den Preis für Erdgas zeitverzögert und geglättet an den Preis für Heizöl. Die Ölpreisbindung ist nicht gesetzlich verankert. Sie ist aber auch nicht die "Erfindung deutscher Importeure", sondern grundlegender Vertragsbestandteil der langfristigen Lieferverträge zwischen den ausländischen Produzenten und deutschen Importeuren. Derzeit ist nicht zu erkennen, dass sich die Produzenten von der Ölpreisbindung lösen wollen oder dass sich der Wettbewerb zwischen diesen Produzenten - evtl. mit der Folge des Verzichts auf die Ölpreisbindung - verschärft. Eine Abkehr von der Ölbindung wäre für Deutschland nur dann durchsetzbar, wenn Gas langfristig in ausreichender Menge von einer Vielzahl von Produzenten zu Preisen beschafft werden könnte, die unter dem Ölpreisniveau liegen. Dies ist aber nicht absehbar. Einseitig kann sich Deutschland aber nicht von den auf dem europäischen Energiemarkt üblichen Konditionen abkoppeln. Dies wäre auch nicht sinnvoll, denn die Ölpreisbindung wirkt in beide Richtungen. Sie verhindert, dass Produzenten bei sinkenden Ölpreisen ihre Marktmacht ausspielen und die Gaspreise hoch halten können. Die vertragliche Ölpreisbindung gewährleistet, dass die Gaspreise bei sinkenden Ölpreisen ebenfalls sinken.

In Verträgen, die über Jahrzehnte abgeschlossen werden, können keine konkreten Preise festgeschrieben werden, da sie sich flexibel an der jeweiligen Wettbewerbssituation im Markt orientieren müssen. Daher nutzen die Langfristverträge Preisformeln, die sich an den wichtigsten Konkurrenzenergien im Markt orientieren. In den meisten EU-Mitgliedstaaten ist Heizöl die maßgebliche "energetische Leitwährung". Die Marktpreisbildung von Heizöl als Basis für die Preisbildung bei Erdgas zieht sich also nicht nur in Deutschland durch alle Handelsstufen vom Produzenten bis zum Endverbraucher. Die langfristigen Lieferverträge zwischen Produzenten und Importeuren auf Basis der Ölpreisbindung garantieren auf diese Weise, dass Erdgas dauerhaft wettbewerbsfähig gegenüber der Hauptkonkurrenzenergie Heizöl angeboten werden kann.

Warum ist die Ölpreisbindung sinnvoll?

Die Ölpreisbindung ist marktgerecht, weil Erdgas und Heizöl im scharfen Wettbewerb zueinander stehen. Langfristige Lieferverträge bieten den deutschen Importeuren auf Dauer Sicherheit für die Bezüge. Andererseits sind durch die Ölpreisbindung die hohen Investitionen der Förderländer in die Erdgasförderung abgesichert. Sie ist zudem keine Einbahnstraße nach oben. So sind die Gaspreise zwischen 1985 und 2002 um rund 3 Prozent gesunken.

Die Ölpreisbindung garantiert dem Importland wettbewerbsfähig Preise. Im Gegenzug verlangt der Produzent, der sich zu langfristigen Lieferungen verpflichtet, dass der Preis dem sich aus der Konkurrenzsituation ergebenden Marktwert entspricht. Diese Balance hat sich voll bewährt und war Basis für den überragenden Markterfolg des Erdgases. Auch auf Märkten, wo es keine Ölpreisbindung gibt - in USA und Großbritannien etwa - folgen die Gaspreise den Ölpreisen, allerdings mit stärkeren Ausschlägen. Die Gaspreise auf den dortigen Spotmärkten sind aktuell kräftig angestiegen. Es gibt also einen Marktzusammenhang zwischen beiden Energien, ob sie das in Verträgen festschreiben oder nicht. Entscheidend für die Preisentwicklung beim Erdgas ist allerdings die Angebotspolitik der großen Produzenten Russland und Norwegen, die gleichzeitig Ölproduzenten sind. Warum sollen die das von Westeuropa zunehmend gefragte Erdgas billiger anbieten, wenn die Ölpreisbindung entfiele. Immerhin führt die Ölpreisbindung dazu, dass es beim Preis keine Einbahnstraße nach oben gibt. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre ist unser Verkaufspreis für Erdgas deutlich gesunken. Ohne Ölbindung wären solche Entwicklungen angesichts der wenigen Anbieter für Westeuropa und Deutschland kaum vorstellbar. Die Ölbindung wirkt also als Schutzschild gegen überzogene Preisforderungen der Produzenten.

Worin liegt bei der Ölpreisbindung der Verbraucherschutz?

Die Ölpreisbindung verhindert, dass die wenigen Ergasproduzenten bei sinkenden Ölpreisen ihre Marktmacht ausspielen und die Gaspreise hoch halten können. Also: sinken die Ölpreise, sinken mit Verzögerung auch die Gaspreise. Angesichts des steigenden Erdgasbedarfs bieten langfristige Verträge dem deutschen Verbraucher auf Dauer die höchste Versorgungssicherheit bei kalkulierbaren Preisen. Vor diesem Hintergrund ist es übrigens wenig erstaunlich, dass das System der Ölpreisbindung von Produzentenseite zumeist in Zeiten niedriger Ölpreise kritisiert wird, während die Kritik der Verbraucherseite meist in Zeiten hoher Ölpreise laut wird. Das aber macht deutlich: Die Ölpreisbindung ist kein einseitiges Vorzugsmodell der Produzentenseite.

Wie kommt es, dass Gasversorgungsunternehmen ihre Preise unterschiedlich erhöhen?

Preisanpassungen der Gasversorger erfolgen auf der Grundlage der jeweiligen individuellen vertraglichen Regelungen der Unternehmen. Hierbei spielt die Wettbewerbssituation vor Ort zur Hauptkonkurrenzenergie Heizöl eine entscheidende Rolle. Dabei ist klar, dass der unterschiedlichen örtlichen Heizölpreissituation auch bei den Gaspreisen Rechnung getragen werden muss. Gerade Preisdifferenzierungen sind ein wesentliches Kennzeichen von Wettbewerbsmärkten, wie in anderen Gütermärkten auch, die zum Teil viel höhere Preisunterschiede aufweisen. Einheitspreise sind Merkmale von sozialistischen Staatswirtschaften. Weiter muss berücksichtigt werden, dass Preisanpassungen bei unterschiedlichen Unternehmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Eine Stichtagsbetrachtung ist deshalb für einen Preisvergleich beim Erdgas wenig aussagekräftig.

Welche fiskalischen Belastungen gibt es beim Erdgas?

Die Erdgaspreise in Deutschland sind durch Steuern und Abgaben stark belastet. Ihr Anteil am Haushaltsgaspreis beträgt 30 Prozent. Haushalts- und Gewerbekunden werden neben der Erdgassteuer/Ökosteuer in Höhe von 0,55 Cent/kWh durch die Konzessionsabgabe und die Förderabgabe mit insgesamt durchschnittlich 0,76 Cent/kWh fiskalisch belastet. Die Erdgassteuer wurde zum 1.1.2003 von 0,3476 Cent/kWh auf 0,55 Cent/kWh (+51%) erhöht. Das spülte dem Staat über eine Milliarde Euro Mehreinnahmen in die Kasse, die von den Verbrauchern zu tragen waren. So ist auch die Erdgassteuererhöhung zum 01. Januar 2003 im Wesentlichen ursächlich für die Erhöhung der Gaspreise gewesen.

Insgesamt betrug im Jahr 2003 die Steuerbelastung beim Erdgas 4,26 Milliarden Euro (2002: 3,13 Mrd. €). Davon entfielen auf die Erdgassteuer 3,21 Mrd. € (2002: 2,16 Mrd. €), auf die Förderabgabe 0,35 Mrd. € (2002: 0,32 Mrd. €) und auf Konzessionsabgaben 0,70 Mrd. € (2002: 0,65 Mrd. €).

Wie steht es um die Volatilität von Spotmarktpreisen?

Ein Vergleich der deutschen Erdgasimportpreise mit den britischen Spotmarktpreisen zeigt: Die deutschen Importpreise für Erdgas zeichnen in der Tendenz die gleiche Marktentwicklung nach wie die britischen Spotmarktpreise - durch die Ölpreisbindung schwanken sie aber deutlich geringer. Dies zahlt sich für den Verbraucher gerade im Winter aus. Denn dann sind die britischen Spotmarktpreise immer besonders hoch. Auch im Gegensatz zum Heizöl ist der Gasmarkt wesentlich berechenbarer: Weil die Erdgaspreise dem aktuellen Preis des Öls mit einer zeitlichen Verzögerung von etwas einem halben Jahr folgen, werden die absoluten Spitzen in der Fieberkurve des Ölpreises gekappt. Insgesamt profitiert der Verbraucher vom Preise dämpfenden Effekt der Ölpreisbindung.

Wie abhängig ist Deutschland von Erdgasimporten?

Erdgas ist ein Naturprodukt, das nur in wenigen Ländern vorkommt. Deutschland ist ein an Rohstoffen armes Land und deshalb zu über 80 Prozent auf Importe angewiesen. Für eine sichere Versorgung mit Erdgas ist eine ausgewogene und vor allem langfristig gesicherte Struktur der Erdgasbezugsquellen von hoher Bedeutung. 16 Prozent des deutschen Erdgasaufkommens kommen aus eigenen Förderquellen, während Russland im Jahr 2003 rund 35 Prozent, die Niederlande 19 Prozent, Norwegen 24 Prozent sowie Großbritannien, Dänemark und andere 6 Prozent lieferten. Aufgrund reduzierter Transportkosten sowie kostengünstigerer Erdgasverflüssigungsanlagen kann in Zukunft auch das verflüssigte Erdgas (LNG) das Erdgasangebot in Deutschland ergänzen.

Über 75 % des deutschen Erdgasaufkommens stammen von nur drei Produzenten. Es wäre naiv, zu glauben, dass bei der Abschaffung der Ölpreisbindung diese Produzenten in einem importabhängigen Land wie Deutschland für Gas selbstverständlich weniger berechnen als für Öl. Die Ölpreisbindung dient als Schutz für überzogene Preisforderungen der wenigen Produzenten.

Quelle: www.bgw.de 17.10.2005