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Energieversorgung der Zukunft: TWL baut kombiniertes Regelkraftwerk

(vom 12.01.2017)

Das Energieangebot und den Verbrauch ausgleichen, damit die Stromversorgung weiterhin stabil betrieben werden kann – das ist eine der zentralen Herausforderungen der Energiewende. TWL beteiligt sich aktiv an Lösungen zur Bewältigung dieser Aufgabe. Neuestes innovatives Projekt: ein Regelkraftwerk bestehend aus Batterie und Gasturbine. Mit dem Bau der Anlage nimmt TWL an dem bundesweiten Forschungsprojekt SINTEG teil.

Die Energieversorgung in Deutschland wird immer grüner: Im Jahr 2016 stammten bereits über 30 Prozent der in der Bundesrepublik erzeugten Strommenge aus erneuerbaren Energien. Wind- und Sonnenergie sind dabei zwei der wichtigsten Energieträger. Sie haben jedoch einen Nachteil: Beide sind stark witterungsabhängig. Deshalb unterliegt die Energieproduktion großen Schwankungen. Um diese Unregelmäßigkeiten auszugleichen, sind innovative und intelligente Lösungen gefordert. Eine solche baut TWL mit einem kombinierten Regelkraftwerk. Die Anlage soll auf dem Gelände des Ludwigshafener Fernheizkraftwerks in der Industriestraße Platz finden.

Innovation: Batteriekraftwerk und Gasturbine kombiniert
Das Regelkraftwerk besteht aus einer Batterie mit einer Leistung von acht Megawatt (MW) und einer Gasturbine mit einer Leistung von fünf MW. Das Besondere an dieser Kombination: Das Batteriekraftwerk hat eine sehr kurze Reaktionszeit und kann innerhalb von Sekunden die geforderte Leistung zur Verfügung stellen. Dagegen reagiert die Gasturbine langsamer. Sie hat dafür jedoch eine unendliche Kapazität und sorgt so für eine dauerhafte Bereitstellung von Energie. Gleichzeitig kann sie das Batteriekraftwerk wieder aufladen. „Mit Hilfe des kombinierten Regelkraftwerks haben wir die Möglichkeit, Schwankungen im Netz sehr schnell über die Batterie und dauerhaft über die Gasturbine auszugleichen und sorgen so dafür, dass das Netz stabil bleibt“, erklärt Dr. Reiner Lübke, Technischer Vorstand von TWL. Dr. Hans-Heinrich Kleuker, Kaufmännischer Vorstand von TWL, ergänzt: „Das Regelkraftwerk ist ein weiterer Baustein zur sicheren Versorgung unserer Kunden.“

Für die Kombination aus Batteriekraftwerk und Gasturbine hat TWL ein Patent angemeldet, das bereits zur Prüfung zugelassen wurde.

Realisiert wird das Projekt gemeinsam mit der Netzgesellschaft KNS mbH, einer 100-prozentigen Tochter des Ludwigshafener Energieversorgers. TWL rechnet mit einer Bauzeit von ca. zwölf Monaten und investiert etwa sechs Millionen Euro in den Bau der Anlage. Zusätzlich erhält TWL 700.000 Euro aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Forschungsprojekts „Schaufenster intelligente Energie – digitale Agenda für die Energiewende“, kurz SINTEG.

„Designetz“: die Blaupause für die Energiewende
Mit dem kombinierten Regelkraftwerk beteiligt sich TWL am „Designetz: Baukasten Energiewende – von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft“, einem der fünf Schaufenster von SINTEG. TWL arbeitet mit zahlreichen weiteren Partnern aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen daran, die vielen dezentralen Energieerzeuger,           -speicher und -verbraucher intelligent zu vernetzen. Gerade auf dem Land wird häufig mehr Energie erzeugt als verbraucht wird, in der Stadt ist es umgekehrt. „Designetz“ will diese Stadt-Land-Schere ausgleichen. So viel Energie wie möglich soll jedoch nach wie vor ökologisch lokal erzeugt und verbraucht werden, im Fall des Regelkraftwerks von TWL also in Ludwigshafen. Erst wenn Bedarf entsteht, der nicht vor Ort gedeckt werden kann, greift das übergeordnete Netz, sodass eine sichere Versorgung auch zu Spitzenlastzeiten gewährleistet ist. Das Projektvolumen für „Designetz“ beläuft sich auf insgesamt rund 66 Millionen Euro. Etwa 30 Millionen Euro stammen aus Fördermitteln des BMWi.

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