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TWL stellt innovatives Kraftwerkkonzept vor

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TWL stellt auf der E-world in Essen das innovative kombinierte Regelkraftwerk vor. (Bildquelle: TWL)

(vom 08.02.2018)

Auf der E-world energy & water im Februar 2018 präsentierte TWL (Technische Werke Ludwigshafen) das deutschlandweit erste kombinierte Regelkraftwerk. Bei dem Projekt ist eine Gasturbine mit einem leistungsstarken Batteriespeicher gekoppelt. So entsteht ein flexibles Kraftwerk für die Zukunft der Stromversorgung.

TWL war auf der internationalen Fachmesse für Energieversorgung „E-world energy & water“ unter dem Dach des StoREgio Energiespeichersysteme e. V. vertreten. Vom 6. bis 8. Februar 2018 stellte der Energieversorger aus Ludwigshafen dort sein innovatives Regelkraftwerk vor, das bereits im Juni 2018 in Betrieb gehen wird.

Strom für die Energiewende
Das Stromnetz der Zukunft muss deutlich flexibler sein als bisher: Statt großer, zentraler Kraftwerke werden dezentrale Anlagen Strom aus Wind und Sonne erzeugen. Dabei gibt es jedoch tageszeit- und wetterabhängige Schwankungen, die ausgeglichen werden müssen. Mit der Technologie des kombinierten Regelkraftwerks stellt TWL sicher, dass immer genügend Strom zur Verfügung steht. „Unser Regelkraftwerk nimmt eine Vorreiterrolle für die Energiewende ein, indem es für die dringend benötigte lokale Flexibilität sorgt“, sagt Dr. Reiner Lübke, Technischer Vorstand von TWL. 

Flexible Stromerzeugung
Das Projekt „Kombikraftwerk Ludwigshafen“, das TWL auf der E-world in Essen vorstellte, verbindet Stromerzeugung durch eine Gasturbine mit moderner Batterietechnologie. Dabei vereint das Kraftwerk mit neun Megawatt Gesamtleistung schnell verfügbare Leistung und dauerhafte Kapazität: „Gasturbinen können theoretisch unbegrenzt lange Energie liefern, brauchen aber stets mehrere Minuten Anlaufzeit. Die Batterie des Regelkraftwerks überbrückt diese Anlaufzeit“, so Zoltan Meszaros, Bereichsleiter Infrastruktur bei TWL. Dadurch entsteht ein System, bei dem sich beide Einheiten gegenseitig optimieren und das auf die Anforderungen des Strommarktes sehr schnell und dynamisch reagieren kann.

Kraftwerk geht Mitte 2018 ans Netz
Die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme des Systems im Juni laufen zurzeit auf Hochtouren: Schaltanlage, Batterieracks und Wechselrichter, die später die Energie ins Verteilnetz bringen, sind bereits installiert. Der nächste Schritt ist die Bestückung der Anlage mit den einzelnen Batterieeinheiten. „Die Lithium-Ionen-Akkus sind ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems und müssen daher intensiv getestet werden“, sagt Zoltan Meszaros. „Dieser Prozess wird insgesamt etwa vier Wochen in Anspruch nehmen.“ 

Neue Einsatzmöglichkeiten für Gasturbinen
In Deutschland gibt es zwar ausreichend Gasturbinen, viele von ihnen sind jedoch stillgelegt, da ihr Betrieb selten wirtschaftlich ist. Das Konzept des kombinierten Regelkraftwerks von TWL eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten für bereits bestehende Anlagen: Das batteriegestützte Überbrücken der Anlaufphasen ermöglicht dabei einen Einsatz im Sekundär-Regelleistungsmarkt (SRL). Bei der vorgestellten Technologie arbeiten bestehende Turbinen wieder effizient und dezentrale Einheiten integrieren mehr erneuerbare Energie ins Versorgungssystem. „Wir zeigen neue Wege, um mit bestehenden Assets auch in Zukunft Gewinne zu erwirtschaften und große Mengen an CO2 einzusparen“, sagt Dr. Reiner Lübke.

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